Es ist mal wieder eine ganze Zeit vergangen und es gibt wieder Kleinigkeiten von unserer Bande zu berichten.
Mori bekommt langsam wieder ein neues Deckgefieder und scheint seit ein paar Wochen keine nachwachsenden Federn mehr abzunagen. Die frischen Federkiele und die zum Teil erst halb entwickelten Federn haben ihre Brust mit Farbtupfern durchzogen. Jeden Tag entdeckt man neue Federn und wir hoffen, dass sich ihr Federkleid wieder komplett entwickelt.
Das Rupfen der Federn ging über die gesamte mögliche Brutzeit und ich gehe
inzwischen sicher davon aus, dass dieses Verhalten direkt mit der Brutphase
zusammenhängt. Tom hat sich während dieser Zeit nicht als geschlechtsreifer
Hahn verhalten und könnte dadurch einen zusätzlichen Grund für den
Mohrenfrust geliefert haben. Die Verpaarung zwischen Tom und Mori ist sehr
stabil und durchaus harmonisch, nur Tom macht keine Anstalten, seine
"Dame" anzubalzen. Ich bin schon sehr auf die nächste Brutzeit
gespannt, ob sich sein Verhalten in dieser Hinsicht ändert. Mori ist dieses
Jahr auch noch nicht sicher geschlechtsreif gewesen und eventuell dadurch nicht
interessant für Tom......
Wenn wir Mori in der Voliere kraulen, schimpft Tom immer mehr rum. Oftmals passiert es dann, dass Mori anfängt ein wenig zu beißen, als ob sie dieses als Auftrag von Tom bekam. Tom geht dann immer weiter in den vorderen Bereich der Voliere, um seine Mori vor uns zu "beschützen". Wenn sie sich dann mal wieder ordentlich von uns hat durchkraulen lassen und wir uns einen Meter zurück bewegen, kommt Tom sofort an und untersucht, ob wir auch alles an ihr dran gelassen haben. Nach einer kurzen Untersuchung, schaut er dann auch gleich wieder zufriedener.
Jerry und Kiwi streiten sich fast jeden Abend um den höchsten Schlafplatz, um dann nach einigem Hin und Her ihre gewohnten Plätze einzunehmen. Es passiert auch schon mal, dass sie sich für die gleiche Stange entscheiden und es auch mal auf gleicher Ebene aushalten. Wer bei diesem Hin und Her nun der Boss ist, kann man nicht genau sagen, aber sie sind offensichtlich glücklich mit ihrem Zusammenleben. Es gibt zwischen den beiden nie ernste Streitereien und wenn Kiwi ab und an mal mit mir in andere Zimmer kommt, fangen sie nach kurzer Zeit an sich zu rufen. Kiwi liebt mich leider sehr und möchte gerne von mir betütelt werden. Nach ca. 15 Minuten hat sie dann aber auch schon genug und will wieder zu ihrem Jerry. Kiwis kleine Ausflüge gibt es aber nur alle paar Wochen, damit Jerry nicht sauer wird. So viel Kiwi auch in der Voliere am Fliegen ist, beim Ausflug mit mir ins Wohnzimmer, scheint sie keinen Flugdrang zu verspüren. Das zeigt mir immer wieder, dass die dauerhafte Volierenhaltung einen guten Weg zu einer artgerechten Haltung darstellt. Wenn unsere Bande wüsste, dass sie auch eine Voliere in unserem Garten bekommen würden, wenn sie sich zu viert vertragen würden. Aber eine ausreichend große Gartenvoliere mit Schutzhaus in doppelter Ausführung ist leider zu aufwendig........ Außerdem befürchte ich dann die ersten Probleme mit unseren Nachbarn. Wenn alle vier so zahm wären, dass man sie problemlos tagsüber in eine Außenvoliere transportieren könnte, hätten wir sicherlich schon eine Gartenlösung ohne Schutzhaus fürs Wochenende. Aber jedes Mal für den Transfer die Hähne rausfangen, würde zu viel Stress für sie darstellen.
Zum Reinigen der Voliere kommt jetzt ein Dampfreiniger zum Einsatz. Die Obstreste und andere Sauereien gehen damit problemlos ab. Der Dampfreiniger ist in der Dampfmenge und in der Feuchtigkeitsmenge des Dampfes regelbar und bei richtiger Einstellung kann man sogar vorsichtig die Voliere reinigen, wenn die Bande darin ist. Es wird kein Dampf reingesprüht, aber der Lappen an der kleinen Bürste wird so warm, dass sich der Schmutz gut löst. Nächstes Wochenende kommt aber mal eine große Reinigung dran und hierzu muss ich leider Tom rausfangen, damit er zusammen mit Mori für die Zeit in unseren kleinen "Erstkäfig" kommt. Die anderen Beiden werden dann mit Hilfe der Trennwand für die Reinigungsaktion die Seiten wechseln. Mit dieser Methode muss nur ein Hahn eingefangen werden und wir hoffen, dass es damit für alle Beteiligten nicht zu stressig wird.
10.03.03
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